So retten Sie Ihre Ehe!

6 Gründe, warum Frauen ihre Männer verlassen

Vier von zehn Ehen werden geschieden. In Westeuropa liegt die Scheidungsquote seit mehr als zehn Jahren auf diesem Niveau. Dabei geht der Impuls häufiger von Frauen aus, mehr als die Hälfte aller Scheidungsanträge werden von den Ehegattinnen gestellt, weitere knapp 8 Prozent sind gemeinsame Anträge. Welche Warnsignale haben die Männer überhört?

Trennung aus heiterem Himmel: Viele Männer, so schildert es die amerikanische Paartherapeutin Christine M. Wilke aus Pennsylvania, merken gar nicht, dass in ihrer Ehe etwas schief läuft, wenn ihre Frauen die Trennung wollen. Ebenso sind es in der Mehrheit die Frauen, die vor dem Ende der Ehe Rat und Hilfe in der Paartherapie suchen.

Diese sechs Gründe sind laut Therapeuten und Paarpsychologen die häufigsten Trennungsursachen:

  1. Immer bin ich für alles zuständig! Viele Frauen haben den Eindruck, allein im Zentrum der Familie zu stehen und die ganze Verantwortung für die Kinder, aber auch für die Partnerschaft zu tragen. Sie sind der erste Ansprechpartner und kümmern sich darum, dass der Haushalt läuft. Viele Frauen leiden darunter, dass sie ihren Partner erst darauf aufmerksam machen müssen, auch einen Teil der Aufgaben zu übernehmen. Klar trägt er den Müll runter, wenn sie ihn darum bittet – aber eben erst dann, und nicht weil er selbst sieht, wie er überquillt. Selbst Kleinigkeiten können sich so zu großem Frust anstauen, bis die Frau sich fragt: Warum mache ich das hier eigentlich alles?
  2. Immer die gleichen Streitthemen! Wenn Paare in die Therapie kommen, dann streiten sie sich häufig schon seit Jahren um das immer gleiche Thema. Und mit jedem Streit verletzen sie sich gegenseitig mehr. Ein Teufelskreis. Irgendwann gipfelt das in grundsätzlichen Vorwürfen wie „Du hörst mir nie zu“ oder „Das bedeutet dir gar nichts“ – solche Sätze sind ein Signal, dass Frauen den Eindruck haben, dass sich nichts ändert und es Zeit wird, aus der Beziehung auszubrechen.
  3. Unser Sex war schon mal besser! Dass nach der ersten stürmischen Verliebtheit der Sex mit der Zeit weniger wird und auch die anfängliche Leidenschaft abnimmt, erleben die meisten Paare, die länger zusammen sind. Solange keiner von beiden etwas vermisst, ist das noch kein Problem. Aber häufiger wünscht sich eben einer mehr Intimität als der andere. Das Defizit an körperlicher Nähe weist dabei oft auf Probleme hin, die außerhalb des Schlafzimmers liegen. „Ehefrauen, die sexuell frustriert sind, fühlen sich oft auch emotional benachteiligt“, erläutert die amerikanische Paarpsychologin Kristin Davin aus New York. „Fehlende sexuelle Nähe kann so schnell zu einem Grund dafür werden, warum eine Ehe scheitert.“
  4. Was verbindet uns eigentlich noch? Paarpsychologin Wilke hält das für den häufigsten und wichtigsten Grund, warum Frauen ihre Männer verlassen: das Gefühl, nicht mehr emotional mit dem Partner zusammenzuhängen. Wer den Eindruck habe, diese starke Bindung zum anderen verloren zu haben, sei auch empfänglicher für die Reize einer Affäre – um dort die ersehnte emotionaler Nähe zu spüren. Und wer diese Nähe nur noch außerhalb der Partnerschaft erfährt, ist schneller bereit, sich zu trennen.
  5. Früher warst du ganz anders! Menschen in Partnerschaften verändern sich. Das ist vollkommen normal, wird aber zu einem Problem, wenn sich die Partner in unterschiedliche Richtungen entwickeln. Dann wird die gemeinsame Basis an Interessen, Hobbys, Einstellungen und Verhaltensweisen, die beide teilen, immer kleiner. Für viele Frauen ein Grund, die Beziehung zu beenden.
  6. Ich spiele doch nur die zweite Geige! Viele Familientherapeuten berichten aus ihrer Praxis von der immer gleichen Beobachtung: Frauen, die jahrelang Probleme in einer Beziehung ertragen haben, sind von einem Tag auf den anderen nicht mehr bereit dazu. Männer suchen dann nach einem aktuellen Grund, dabei hat sich das Gefühl über die Jahre aufgebaut und entlädt sich jetzt abrupt. Die Frauen sehen dann in einer Trennung die einzige Möglichkeit, selbst wieder an erster Stelle im eigenen Leben zu stehen. Solche Entscheidungen erscheinen spontan, sind aber durch jahrelange Probleme bedingt. Die Frauen ziehen mit der Trennung die emotionale Reißleine, um den eigenen Bedürfnissen wieder Raum zu geben.