Paul Breitner an der Münchner Tafel

Smarter Spenden

Fußballweltmeister Paul Breitner und seine Frau machen es vor: statt anonym zu spenden, schenken sie Bedürftigen lieber einen Tag ihrer Zeit und arbeiten bei der Münchner Tafel in der Ausgabe. Das ist nützlicher und aktiver als Geld.

Die Zahlen allein in der „reichen“ Stadt München sind ernüchternd: Eine viertel Million Menschen lebt unter oder am Rande der Armutsrisikogrenze.Mehr als 120.000 Münchnerinnen und Münchner benötigen Sozialleistungen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Insbesondere Kinder aus armen Elternhäusern, Menschen mit Behinderungen und zunehmend auch ältere Menschen sind aufgrund der eng ausgelegten Definition des Existenzminimums gezwungen, von Regelsätzen zu leben, die in einer hochpreisigen Stadt gesunde Ernährung genauso wenig ermöglichen wie gelegentlich einen Kino- oder Theaterbesuch.

Tafeln hilft!

1993 in Berlin erfunden, sind die lokalen Tafeln heute das größte, staatsunabhängige Sozialprojekt in Deutschland. In fast 1000 Organisationen arbeiten über 60.000 freiwillige Helfer, sind tagtäglich 2.000 Fahrzeuge unterwegs, um Lebensmittel von den Spendern abzuholen und an die Verteilstationen zu bringen. Und längst sind das nicht nur Lebensmittel, deren Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist, sondern vielerorts auch frisches Gemüse, Obst, Brot und Milchprodukte, die von großen Lebensmittel-Ketten gespendet werden. In München beispielsweise legen die großen Bäckereien Sonderschichten ein, um eigens frisches Brot für die Tafel zu backen.

Tafeln schafft Freude und Freunde

Fußballweltmeister und Bayern-Legende Paul Breitner ist einer der prominentesten Tafel-Helfer in Deutschland. Sein Engagement ist für ihn eine Herzensangelegenheit: „Es ist enorm wertvoll, den Menschen Zeit zu schenken. Die eigene Zeit, um für die Schwächsten zu sorgen, so wie bei der Tafel. Wir schenken den Leuten unseren Montag. Egal, bei welchem Wetter oder ob ich gerade aus Buenos Aires oder China zurückkomme…“ Wer einmal miterlebt hat, wie dankbar und freundlich die Bedürftigen die Spenden entgegennehmen, spürt am besten, was es heißt, Menschen tatsächlich und unmittelbar zu helfen. Dazu kommt: Für viele ehrenamtliche Mitarbeiter bei den Tafeln ist die Arbeit wiederum ein Stück Solidargemeinschaft. Man lernt sich kennen, man arbeitet miteinander, man sitzt nach getaner Arbeit zusammen. So helfen viele „Tafler“ nicht nur den Bedürftigen, sondern auch sich selbst.

Info: Tafel Deutschland e.V., Dudenstraße 10, 10965 Berlin