Testbericht des P20 von Huawei

China & Wetzlar

Der chinesische Handy-Hersteller Huawei hat sich mit den deutschen Kamera- und Optik-Spezialisten von Leica verbündet und mit dem Model P20 nun ein Smartphone vorgestellt, das auch Profi-Fotografen begeistert. Ein Testbericht.

Wer 650 Euro (P20) oder 899 Euro (P20 Pro) für ein Smartphone ausgibt, der will schon etwas Besonderes in Händen halten. Hier punktet Huawei auf Anhieb: Das Design der neuen Flaggschiffe überzeugt. Die Chinesen setzen wie beim Mate 10 Pro auf einen auf Hochglanz polierten Aluminiumrahmen, der die beiden Glasplatten vorne und hinten zusammenhält. Im Vergleich mit dem Ende 2017 vorgestellten High-End-Modell gibt es nur wenige Unterschiede: Die Kameraeinheit sitzt nicht mehr mittig auf dem Rücken, sondern am rechten Rand. Und der Fingerabdrucksensor ist zurück auf die Front gewandert.

Den Apfel im Blick

Als erstes fallen bei beiden Modellen die riesigen 18:9-Displays ins Auge, die fast die gesamte Vorderseite ausfüllen. Man sieht, dass Huawei auf den Spuren von Apple wandelt, denn gerundete Ecken und die Ausbuchtung am oberen Rand erinnern doch stark an das iPhone X. Wer jetzt den Vorwurf erhebt, dass die Chinesen bestehende Konzepte einfach kopieren, sollte bedenken, dass die Produktplanung für ein solches Top-Gerät herstellerübergreifend bei mindestens einem Jahr liegt. Als das X vorgestellt wurde, war das P20 längst fertig konzipiert. Das neue Display-Design mit dem „Notch“ ist jetzt überall zu sehen, weil die technische Entwicklung es erlaubt. Dass Apple zufällig der Erste war, bedeutet in diesem Fall gar nichts.

Eine Kamera mit Profi-Werten

Die Leica-Linse auf der Rückseite ist mittlerweile zu einem der wichtigsten Unterscheidungskriterien in der wettbewerbsintensiven Android-Welt geworden – insbesondere dann, wenn man auf die Highend-Fraktion blickt. Das P20 bietet rückseitig eine Dual-Kamera, bestehend aus einer Kombination von 12-Megapixel-RGB-Sensor und einem 20-Megapixel-Monochrom-Sensor. Theoretisch sind damit Bilder mit 20 Megapixel in der Spitze möglich, allerdings sind für eine gute Bildqualität ausgesprochen gute Lichtverhältnisse notwendig. Huawei setzt deshalb die Standard-Einstellung auf 12 Megapixel. Ein Doppel-LED-Blitz sorgt für ausreichend künstliches Licht, falls notwendig. Im Camcorder-Modus nimmt das P20 Videos mit maximal 4K-Auflösung auf. Abgerundet wird das Setup durch eine Frontkamera mit satten 24 Megapixel Maximal-Auflösung. Solche Werte erreichten vor wenigen Jahren noch nicht einmal Profi-Kameras.