Garantiert ohne Nepp und Trubel

Venedig für Genießer

Venedig ist schön, aber Venedig kann auch richtig nerven: viel zu viele Touristen und überall Nepp. Wir sagen Ihnen, welche Ecken Sie unbedingt meiden sollten. Aber wir verraten Ihnen auch die Perlen Venedigs, die kaum jemand kennt.

Die schönste Aussicht über Venedig haben sie natürlich vom Kirchturm der Markuskirche, dem Campanile. Aber vergessen Sie diesen Touri-Spot! Die Schlangen sind einfach zu lang. Eine perfekte Alternative ist die Kirche San Giorgio Maggiore auf der gegenüberliegenden Insel. Von dort kann man die berühmten Sehenswürdigkeiten wie den Dogenpalast mal aus einer neuen Perspektive bestaunen. Bei gutem Wetter und guter Sicht gibt es sogar vor hier aus ein besonderes Bonbon: den Dogenpalast mit herrlichem Alpenpanorama in der Ferne. Man wartet außerdem nicht so lange und die Aufzugfahrt ist deutlich billiger.

Die reizvollsten Viertel

Touristische Ecken gibt es in jedem der sechs Stadtteile Venedigs, aber auch ganz natürlich und authentische Ecken. Insider schwören auf das Viertel um die Kirche San Nicoló die Mendicoli oder das Stadtteil Dorsoduro. Dort können Sie durch schmale Gassen schlendern, in typisch italienischen Tante-Emma-Läden stöbern und den Einheimischen beim Smalltalk von Fenster zu Fenster lauschen. Schön ist auch die Gegend um die Kirche San Pietro in Castello hinter dem Arsenal, der mittelalterlichen Werft.

Die besten Cicchetti

Ciccetti heißen die kleinen Häppchen, die der Venetianer mittags in den kleinen Weinbars, den Bacari verspeist. Müssen Sie unbedingt ausprobieren. Diese italienischen „Tapas“ gibt es mit Fleischklößchen, Stockfisch, frittierten Oliven, Tintenfischsalat und den Fondi di Carciofi, gebratenen Artischockenböden. Die besten Bacari sind El Sbarlefo im Stadtteil Cannaregio, All’Arco nahe dem Rialtomarkt und die Osteria al Portego zwischen Campo San Lio und Campo Santa Marina.

Eine Ombra in Ehren

Eine Ombra, deutsch: Schatten, ist ein kleines Glas (0,1) Weiss- oder Rotwein, das die Einheimischen in den Weinbars im Stehen genießen. Der Name rührt angeblich vom Schatten, den die Weinhändler früher rund um den Kirchturm der Markusbasilika auf dem Markusplatz für ihren Weinverkauf suchten. Aber Schattentrinken sollten Sie unbedingt ausprobieren. Ein kleines Gläschen in Ehren, das kann doch niemand verwehren.

Eis, Eis Baby

Das beste Eis gibt es in Venedig bei Nico an der Uferpromenade der Zattere im Stadtteil Dorsoduro. Seit über 80 Jahren kredenzt Nico feines italienisches Eis. Und einen zauberhauften Platz an der Sonne bekommt man gratis dazu – auf einem Ponton im Giudecca-Kanal. Alternative zu Nico ist die winzige Boutique del Gelato im Stadtteil Castello (Salizzada San Lio).

Gratis-Konzerte

Gibt es in Venedig eigentlich auch etwas umsonst? Ja, Musik. Gute Chöre und Orchester aus dem In- und Ausland laden in den zahlreichen Kirchen zum Gratis-Konzert. Wunderbar! Kann man das buchen? Leider nein. Aber Infos findet man kurzfristig an Plakatwänden oder den Kirchen selbst.

Hier früstücken Sie Atmosphäre

Venedigs bestes Frühstück gibt es in der Pasticcera Tonolo im Stadtteil Dorsoduro. Hier halten die einheimischen Stammgäste bei Cappuccino, warmen Croissant und einem süßen Brioche ihr Schwätzchen. Ganz tolle Atmosphäre.

Venedig ganz romantisch

Die romantische Seite Venedigs genießen Sie auf dem Markusplatz. Lassen Sie sich auf dem schummrig beleuchteten Platz von einem der drei Kaffeehaus-Orchester zum nächsten treiben. Mutige wagen zu der Musik ein Tänzchen. Oder Sie hören sich im etwas abgelegenen Grand Caffè Chioggia gegenüber dem Dogenpalast virtuosen Jazz an. Ein Tipp mit Aussicht ist die Skybar des Hotels Molino Stucky. Hier kann man einem Cocktail nippen und von der Giudecca-Insel die wunderschöne Sihouette Venedigs genießen. Sehr romantisch.

Hier wird es nie zu voll

Wem der Tourismus-Trubel zu viel wird, steigt in das Linienboot und lässt sich auf die Insel Lazzaretto Nuovo kutschieren. Das kleine Eiland beherrbergte zu Zeiten der Pest ein Krankenhaus mit Quarantänestation. Hier starten am Wochenende interessante Führungen. Dabei kann man die Insel zu Fuß umrunden und den Blick über die Lagune genießen. Und zu voll wird es hier garantiert nicht.

Hinein in die Adria

Wer in Venedig baden möchte, steigt ins Linienboot und fährt zum Lido. Hier lockt entweder ein Bad in der Adria oder ein ausgedehnter Strandspaziergang. Insider-Tipp: Leihen Sie sich nahe des Bootsanlegers ein Fahrrad und radeln Sie den Lido an der Meerseite entlang bis zum Alberoni-Strand. Hier entspannen sich auch die Einheimischen vom aufreibenden Geschäft mit den Touristen.

Großes Kino

Highlight in Venedig sind die alljährlichen Filmfestspiele, aber die finden in Kinosälen statt. Wer es gerne Open Air mag findet im Freiluftkino auf dem Campo Sa Polo eine schöne Alternative. Hier werden die Filme nach der Festivalpremiere gezeigt. Venedigs zweitgrößter Platz bietet rund 1100 Sitzplätze und tolle Filme unter einem herrlichen Sternenhimmel. Wirklich majestätisch. So schön kann Venedig abseits der bekannten Touristenpfade sein.